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Chronik des DJK Fanfarenzuges Erwitte

1956 - 2007

Wir, der DJK-Fanfarenzug Erwitte blicken inzwischen auf eine über 50-jährige Geschichte zurück. In dieser Zeit fanden unzählige Auftritte bei Schützenfesten, Karnevalsumzügen und Musikfesten statt. Die Idee einen Fanfarenzug zu gründen, entstand übrigens in Holland. Im Juli 1953 feierte die DJK Milspe ihr 40. Stiftungsfest, an dem auch die Turnerriege der DJK Erwitte teilnahm. Zu Gast war außerdem der holländische Turnverein RKG Wilhelmina Terwinselen, begleitet von seinem Fanfarenzug. Der damalige erste Vorsitzende der DJK Erwitte, Willy Rasche, war begeistert von den Musikern und hatte die Idee, ebenfalls einen Fanfarenzug in Erwitte zu gründen. Intensive Gespräche mündeten schließlich in einer Einladung des holländischen Fanfarenzuges nach Erwitte. Wieder daheim, besprach Willy Rasche sogleich mit seinem Bruder Franz die Idee, eine musikalische Abteilung zu gründen. Der Vorsitzende, der sich wegen seines Wohnortwechsels nicht selber kümmern konnte, beauftragte seinen Bruder, sich für die Gründung eines Fanfarenzuges einzusetzen. Daraufhin bemühte sich Franz Rasche sehr intensiv um das Vorhaben. Er machte die Öffentlichkeit darauf aufmerksam und begann alsbald Spenden für die Musikinstrumente zu sammeln. Die ersten Spenden wurden jedoch für die Einladung des holländischen Turnvereins RKG Wilhelmina Terwinselen und ihrem mitgereisten Fanfarenzug anlässlich eines Turnwettkampfes zum 52-jährigen Bestehen der Erwitter DJK ausgegeben. Mit dem Aufritt der holländischen Musiker wurden jedoch gleichzeitig neue Impulse ausgelöst.
Mit sehr großer Motivation ging Franz Rasche in den Jahren 1955 - 1956 erneut ans Werk, um Spenden für die ersten Instrumente zu sammeln. Gleichzeitig animierte er interessierte junge Männer, in den DJK-Fanfarezug einzutreten.

Am 15. April 1956, dem protokollierten Gründungsdatum, schlug nach drei Jahren intensiver Vorbereitung durch Willy und Franz Rasche die Geburtsstunde des DJK-Fanfarenzuges Erwitte. Franz Rasche gelang es, vierzehn junge Männer für die neue Abteilung zu begeistern.

Die Musiker der ersten Stunde waren:
Bartholome Helmut - Trommler
Bartholome Hans - Trommler
Cordes Friedhelm - Bläser
Gerling Heinz - Trommler
Kißler Fritz - Bläser
Kokoska Armin - Bläser
Kreppner Heinz - Bläser
Kussmann Walter - Trommler
Mues Georg - Bläser
Postert Werner - Bläser
Postert Josef - Bläser
Stiens Franz - Fanfarenzugleiter
Stiens Helmut - Bläser
Stiens Fritz - Bläser

Unter der Leitung von Franz und Helmut Stiens wurde dann fleißig geprobt. Die ersten Übungsabende fanden in der Annen-Vikarie statt.Dort wurden übrigens auch die alten Signalhörner auf dem Dachboden gefunden und der Gruppe zum Üben ausgehändigt.

Aufgrund der intensiven Übungen konnte bereits am 21.10.1956 der erste offizielle Auftritt des neu gegründeten Fanfarenzuges stattfinden, es war beim Stiftungsfest der Erwitter DJK in Eikeloh.

Die Uniformordnung war damals:
- weiße Hose
- weißes Hemd
- weiße Turnschuhe

Dieses Outfit wurde aus Kostengründen gewählt, für richtige Uniformen war kein Geld vorhanden. Um die Vereinsfarben zu repräsentieren, hatten Franz Rasche und seine Frau Elisabeth die Idee, die Fanfaren mit schicken blauen Tüchern zu schmücken. Es blieben nur wenige Tage bis zum Aufritt, aber Franz Rasche, seine Frau und deren Mutter machten das Unmögliche möglich. Im darauf folgenden Jahr sammelte Franz Rasche weiter fleißig Spenden zur Anschaffung von Trompeten. Außerdem spendierte die Zementfabrik Karl Seibel einundzwanzig neue Fanfarentücher, die von Gisela Maurer in Handarbeit gefertigt wurden.

Mit jedem weiteren Jahr wuchs die Begeisterung und immer mehr Jugendliche interessierten sich für den neuen Fanfarenzug. Nicht nur die Mitgliederzahl stieg, sondern auch die Leistung in musikalischer Hinsicht. So wurde der Fanfarenzug 1957 zum Bezirkssportfest in Dortmund und zur DJK Verbandstagung in Gelsenkirchen eingeladen.


Ein ganz besonderes und für die Teilnehmer unvergessliches Ereignis fand im Jahr 1958 statt. Damals erschallten die Erwitter Fanfaren auf dem Petersplatz in Rom. Der Fanfarenzug war im Rahmen einer überregionalen Pilgerfahrt mit dem DJK Zentralverband nach Italien gereist.

Innerhalb der DJK wurde der Erwitter Fanfarenzug schnell bekannt und auch beliebt. 1959 wurde die DJK zum internationalen Verbandstreffen der DJK in Dortmund eingeladen und der Fanfarenzug spielte dort in der Westfalenhalle und im Stadion "Rothe Erde". Nachdem der Bekanntheitsgrad immer größer wurde, wurden auch die Einladungen und Auftritte immer häufiger. Der Fanfarenzug spielte nicht nur in den Reihen der DJK, sondern wurde nunmehr auch zu Stiftungs-, Schützen- und Musikfesten eingeladen und verpflichtet. Internationale Begegnungen mit französischen und holländischen Vereinen folgten.

Mit dem Erlös des Preisschießens in der Vereins-Gaststätte Huneke zwischen Ostern und Pfingsten 1963, konnten einundzwanzig kurze blaue Uniformjacken angeschafft werden. Schon in den 1960-er Jahren hatte der Fanfarenzug keine Nachwuchssorgen.

Im Jahre 1964 entstand sogar ein eigener Schüler-Fanfarenzug unter der Leitung von Reinhard Heimann.

Am 19. Juni 1966 feierte der Fanfarenzug aus Anlass des 10-jährigen Bestehens ein Stiftungsfest, an dem Musikkapellen, Trommlercorbs und Fanfarenzüge aus nah und fern teilnahmen.

Im Jahre 1976 feierte die DJK ihr 70-jähriges Bestehen, welches mit einem Musik- und Turnfest am 02. und 03. Juni gefeiert wurde. Als eine der vielen Abteilungen machte der Fanfarenzug mit einem Musikfest den Auftakt. 20 Vereine waren erschienen und verbrachten einige frohe, mit Musik erfüllte Stunden in der Hellweghalle.

Annähernd 1000 Musiker, darunter 14 Tambourkorps, 7 Musikkapellen und 8 Fanfarenzüge, wurden um 1. Kreismusikfest das die DJK Arminia 03 aus Anlass des 20-jährgen Bestehens des Fanfarenzuges veranstaltete in farbenprächtigen Uniformen am Samstag, den 19 Juni 1976 in der Hellweghalle erwartet.

Die stetige Aufwärtsentwicklung hielt an, und so zählte der Fanfarenzug im Jahre 1981 zum Silberjubiläum 82 aktive Mitglieder. Doch neben der Leistung, das Ergebnis vieler Übungsabende, kam Kameradschaft und Freundschaft sowie Geselligkeit und Freunde nie zu kurz. Somit konnte der Fanfarenzug bei seinem 25-jährigen Bestehen auf eine 25-jährige erfolgreiche Tätigkeit zurückblicken. Dies war ein Grund, am 27.06. und 28.06.1981 ein Fest zu feiern.

Zum Auftakt der Feierlichkeiten wurde zunächst der befreundete Fanfarenzug aus Arnheim (Holland) empfangen und willkommen geheißen. Der offizielle Start des Festaktes war am Abend in der Hellweghalle. In diesem Rahmen wurden die langjährigen Mitglieder geehrt. Abgerundet wurde der erste Festtag mit regen Gesprächen, bei denen Erinnerungen und Erlebnisse ausgetauscht wurden, sowie dem stimmungsvollen Tanzabend. Am zweiten Festtag wurde zunächst ein Festhochamt in der St. Laurentiuskirche zelebriert. Im Anschluss gab es ein großes Platzkonzert auf dem historischen Marktplatz. Damit stimmte man sich schon einmal auf den Nachmittag ein. Denn der Bot einen ganz besonderen Ohrenschmaus. In ganz Erwitte erschallte aus allen Himmelsrichtungen Musik: 27 Vereine mit etwa 800 Musikern marschierten im Sternmarsch durch die Stadt und trafen sich schließlich auf dem Marktplatz. Dort ließen die Musiker ein Gemeinschaftsspiel erklingen, bevor es im großen, prachtvoll anzusehenden Festzug weiter zur Hellweghalle ging. In der Halle stellte dann jeder Verein zur Freude des begeisterten Publikums sein Können eindrucksvoll unter Beweis.

Für den Fanfarenzug hatten diese beiden Festtage über das Jubiläum hinaus noch eine weitere besondere Bedeutung. Der Blick ging in die Zukunft. Die Feierlichkeiten sollten auch Impulse für die künftige Zusammenarbeit aussenden und die Mitglieder weiter motivieren. Die Zeiten hatten sich gewandelt. Die Bedeutung der Vereinsarbeit wuchs aufgrund der größer gewordenen Freizeit.

Bei der Jahreshauptversammlung im Jahr 1983 stellte Helmut Stiens, der bis dahin der 1. Vorsitzende des Fanfarenzuges war sein Amt, das er seit 15 Jahren hervorragend ausgeübt hatte, zur Verfügung. Als Dank für die gute und pflichtbewusste Ausübung seines Amtes wählte ihn die Versammlung zum Ehrenfanfarenzugführer. Im Namen des Fanfarenzuges überreichte Friedhelm Cordes die Dirigierfanfare, die er so lange geschwungen hatte.
Von diesem Tag an stand der DJK-Fanfarenzug unter der Leitung von Friedhelm Cordes, der bereits seit 1966 1. Geschäftsführer und seit 1979 2. Vorsitzender war.

Der DJK-Fanfarenzug ist 1120 Jahre jünger als die Heimatstadt Erwitte hieß es im Jahre 1986. Der Fanfarenzug bestand zu diesem Zeitpunkt 30 Jahre. Aus diesem Anlass wurde ein Musikfest veranstaltet, an dem mehr als 955 Musiker sowie die Erwitter Mitbürger teilnahmen.

Unter dem Motto "Erwitte musiziert" wurde im Jahr 1988 eine Schallplatte aufgenommen. Auch der DJK Fanfarenzug hat sich auf dieser verewigt.Die Aufnahme wurde in der Hellweghalle vorgenommen.

Im Jahr 1989 standen die Mitglieder des Fanfarenzuges vor einer interessanten Aufgabe. Pfingsten`89 fand in Dortmund das 11. Bundessportfest statt. Zusammen mit drei anderen Musikformationen (Blaskapelle Abenberg/bei Nürnberg, Tambourkorps Bocholt-Liedern, Musiker der Sportfreunde Hehn/Mönchengladbach) spielten sie bei der Eröffnung des ZDF-Galaabends vor 12.000 Zuschauern das Musikstück "Festlicher Beginn".
Imposant und interessant war auch der Auftritt im Stadion Rothe Erde in Dortmund, wo die Abschlussveranstaltung des Bundessportfestes stattfand. Zusammen mit weiteren acht Musikkapellen intonierte sie dort bekannte Melodien vor mehr als 10.000 Menschen.



Im Jahr 1991 stand wieder ein Musikfest an und zwar zum 35-jährigen Bestehen
des Fanfarenzuges. Am 15. und 16.06.1991 musizierten 700 Musiker aus Reihen von Tambourcorps, Spielmannszügen, Musikkapellen und Fanfarenzügen in Erwitte.

Ein weiteres großes Fest war im Jahr 1993 als der DJK-Fanfarenzug das 4. Erwitter Frühlingskonzert ausrichtete. Es fand am 27. März 1993 in einer festlich geschmückten Hellweghall statt. An dem alle musiktreibenden Vereine von Erwitte teilnahmen und vor 1000 Gästen Ihr Können unter Beweis stellten.

 

Alles nach Maß lautete die Devise als im Jahre 1993 die neuen Uniformen angeschafft wurden.

 

Gemeinsam mit den Erwitter- und weiteren Gastvereinen, sowie der Erwitter Bevölkerung hat der Fanfarenzug am 15. und 16. Juni1996 sein 40jähriges Bestehen gefeiert. Auch an diesem Musikfest fand ein Sternmarsch durch Erwitte sowie klangvolle Bühnenspiele statt. 25 Musikvereine mit über 700 Musikern gratulierten dem DJK-Fanfarenzug zum 40. Geburtstag.

1997 wurde vom DJK-Fanfarenzug eine CD aufgenommen mit dem Titel "Ein schöner Tag". Diese CD umfasst 18 Lieder und ist auch mittlerweile restlos ausverkauft. Die eigentliche Aufnahme fand in der Musikwerkstatt Stauffenberg bei Kassel statt.

 

Im Jahre 2002 hat der Fanfarenzug sein 45-jähriges Bestehen, welches eigentlich 2001 hätte stattfinden müssen, einmal ganz anders gefeiert und zwar nicht mit einem Musikfest sondern mit einem Sommerfest u dem alle aktiven Mitglieder nebst Partner und Kinder, sowie der Hauptvorstand der DJK Arminia 03 recht herzlich eingeladen wurden. Das Fest fand in Völlinghausen auf dem Hofe Hense statt. Es wurde ein Zelt aufgebaut, ein Spanferkel gegrillt und neben den umfangreichen Darbietungen fand auch ein Vogelschießen statt. Sandra Schulze schaffte es den "Adler" von der Stange zu holen und nahm sich Jürgen Mertes alias Tobi zu ihrer Königin.

Der Fanfarenzug pflegt seine Gemeinschaft nicht nur bei musikalischen Aufritten, sondern auch bei ein- oder mehrtägigen Ausflügen wie z.B. Heidepark Soltau, Abenberg, Siegen, Kufstein, Malente, München usw. Auch im Jahr 2006 stand nach längerer Pause ein mehrtägiger Ausflug auf dem Programm. Das Reiseziel (Hannover) und das Programm war im Vorfeld nur der 2. Stimme bekannt, diese hatte den Überraschungs-Ausflug geplant. Alle Teilnehmer waren sich einig, es war eine unvergessliche Fahrt.

In den vergangenen 51 Jahren veränderte sich natürlich auch die Leitung des Fanfarenzuges.

1956 - 1967 Franz Stiens
1967 - 1982 Helmut Stiens, Franz Stiens wurde Ehrenvorsitzender
1982 - 2004 Friedhelm Cordes, Helmut Stiens wurde Ehrendirigent
2004 - heute Ralf Döveling, Friedhelm Cordes wurde Ehrenvorsitzender

1. Vorsitzender Ralf Döveling
2. Vorsitzende Susanne Sommer
1. Kassierer Friedhelm Cordes
2. Kassierer Jürgen Mertes
Geschäftsführerin Sandra Schulze
Schriftführerin: Nicole Kückelheim
Jugendwarte: Helena Mund
Carina Grützner

 

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